Kath. Kirche St. Justina
Kath. Kirche St. Justina
Spezial86825 Bad Wörishofen
Events für Kath. Kirche St. Justina
Beschreibung
Schlagwörter: kultur, Kirche, pfarrer, Gemeinde
Die Kirche St. Justina
stammt aus dem 16. Jh. Um 1700 wurde sie barockisiert. Bemerkenswerte Fresken von Jakob Fröschle (1780) erzählen die Geschichte der hl. Justina. 1881-1897 wirkte Sebastian Kneipp als Pfarrer von St. Justina.
Patrozinium St. Justina (und Katharina)
Bis zum heutigen Tag wird gerätselt, wie die Pfarrei zu dem seltenen Patrozinium St. Justina kam. Nach der Beschreibung der Heiligen im Lexikon für Theologie und Kirche gab es drei heilige bzw. seelige Frauen mit dem Namen Justina: Um das Jahr 406 -wurde in Mainz die Hl. Justina, eine Schwester des dortigen Bischofs Aureus, zusammen mit vielen weiteren Christen während einer Messfeier von einfallenden Germanen grausam niedergemacht. Die hl. Justina von Padua erlitt unter Kaiser Maximian (286-305) in Padua in Oberitalien das Martyrium. Die Justina von Nikomedia lebte zur Zeit des hl. Zyprianus von Antiochien und wurde unter Kaiser Diokletian um das Jahr 304 in Nikomedien (heute Izmid, östlich von Konstantinopel) enthauptet. Sie wurde zumindest im 18. Jh. als Kirchenpatronin betrachtet, denn Jakob Fröschle stellte 1780 ihre Lebens- und Leidensgeschichte an der Decke des Langhauses dar.
Man sagt, manche Patrozinien seien von Wallfahrern in ihre Heimatorte gebracht worden. Von Wallfahrten nach Padua wird früh berichtet, aber Wallfahrten nach dem kleinasiatischen Nikomedia sind nicht bezeugt, und ob sie in osmanischer Zeit möglich waren, darf bezweifelt werden.
Wahrscheinlich aus Ehrerbietung gegen die Ortsherrin, das Katharinenkloster zu Augsburg, kam zu diesem Patrorzinium St. Justina später als zweite Patronin St. Katharina hinzu. In einer Urkunde vom 26. Juli 1270 ist jedenfalls schon von einem altaltare Sancte Justine et Katharine die Rede. Dieses Doppelpatrozinium hielt sich wenigstens bis in das 17. Jh.; von da an wird nur noch St. Justina gefeiert.